Der Sanierungsstau

Im Stadtteil Einswarden keimt ein Hoffnungsschimmer auf, dass sich hinsichtlich der dringend notwendigen Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität endlich wieder etwas tut. Im Auftrag des neuen Eigentümers, der Nordwohnen, es ist eine Immobilienverwaltungsgesellschaft aus Pullach bei München, hat die in Langen bei Frankfurt ansässige Allgemeine Vermögensverwaltungsgesellschaft (AVV) mit einer umfangreichen Sanierung der maroden Mietwohnungen begonnen. Auch die Stadtverwaltung hat Maßnahmen zur Beseitigung von Schadstellen und Schandflecken zugesagt.
Dies ist das Fazit eines Informationsabends, zu dem die von Doris und Albrecht Riecke sowie Barbara Kaethner und Dieter Geraedts initiierte Initiative Ortsgemeinschaft Einswarden (IOE) für Mittwochabend ins Einswarder Mehrzweckhaus eingeladen hatte.
Über 40 Bewohner des Stadtteiles nutzten die Gelegenheit, sich insbesondere über die Pläne für die 495 ehemaligen Weserwohnstätten-Wohnungen zu informieren, die das Unternehmen Nordwohnen im vergangenen Jahr vom Konzern Vonovia erworben hatte, darunter auch circa 120 Leerstände.
Aus Langen war dazu Carsten Buchelt, Leiter der AVV-Technikabteilung, angereist. Weil er diesen Termin kurzfristig für die erkrankte zuständige Objektmanagerin Wiebke Rüdebusch übernommen hatte, konnte er nicht mit einem fertigen Gesamtkonzept dienen. Daher stellte er sich stattdessen den Fragen der Einswarder.
„Der Sanierungsstau ist erheblich. Der Gebäude-Eigentümer hat aber ein großes Interesse daran, die Wohnungen in einen guten Zustand zu bringen, damit die Mieter zufrieden sind und Leerstände abgebaut werden können“, sagte Carsten Buchelt.
Man stehe erst am Beginn der Maßnahmen, zumal er auch noch nicht alle Gebäude besichtigt habe. Nach seiner Einschätzung werden 90 Prozent der Leerstände ohne eine Sanierung nicht wieder vermietbar sein. Deren Herrichtung habe jedoch keine Priorität vor Sanierungsmaßnahmen für die vermieteten Wohnungen, berichtete der AVV-Technikleiter. Während die Zukunft der sogenannten Schrottimmobilien an der Niedersachsenstraße weiter offen ist, konzentrieren sich die Sanierungsmaßnahmen zunächst auf Gebäude im Bereich Friesenstraße, Am Markt, Borkumstraße und Chaukenstraße.
Nach Ansicht von Carsten Buchelt müssen insgesamt 800 Holzfenster in den Gebäuden erneuert werden. Mit dem ersten Abschnitt dieser Maßnahmen, der am 1. August enden soll, wurde bereits an diesen Donnerstag begonnen. In der Chaukenstraße wird derzeit die Putzfassade von zwei Gebäuden saniert. Auch die Dämmung der Außenwände ist nach einem bereits erfolgten erfolgreichen Versuch vorgesehen. Den Mietern der Erdgeschosswohnungen ist zudem der Einbau einer Terrassentür zum Hinterhof angeboten worden.
Terasse

Es tue sich bereits erheblich mehr als in allen Jahren zuvor, lobten während der IOE-Veranstaltung mehrere Mieter das Engagement des neuen Eigentümers der Wohnungen. Dass aber längst noch nicht alle Schadstellen beseitigt sind, wurde ebenfalls deutlich. Carsten Buchelt ermunterte die Mieter, Probleme dem AVV-Büro in Einswarden zu melden, jedoch würden wegen des großen Sanierungsstaus nicht alle Wünsche von heute auf morgen erfüllt werden können.

Am 12. Juni ab 19 Uhr im Mehrzweckhaus findet die nächste Versammlung statt.
Dazu wird dann ein Vertreter der Nordwohnen-Immobilienverwaltungsgesellschaft, also des neuen Eigentümers der Gebäude, erwartet.

Advertisements

3 Gedanken zu “Der Sanierungsstau

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.