Wir waren zum Fastenbrechen

Gestern am 12.06.2017 war es soweit.
Die Gemeinde Mimar Sinan Camii in Einswarden hatte zu einem Fastenbrechen eingeladen. Zu diesem Zweck ist an der Niedersachsenstraße 33 ein großes Zelt aufgebaut. Das Fastenbrechen wird jeden Abend ab Sonnenuntergang bis zur Beendung des Ramadan begangen. Obwohl ich schon seid 5 Jahren in Einswarden wohne hatte ich noch keinen Kontakt mit dem Fastenbrechen oder mit der Gemeinde Mimar Sinan Camii. Also dieses Jahr nahm ich mir vor das zu ändern.

Wer kommt mit? Alleine wollte ich auch nicht da hin.
Alleine wollte ich aber auch nicht hingehen. Also sprach ich einen Kollegen an ob er auch mitkommen wolle. Gesagt getan. Wird haben uns dann gestern um ca. 22:20h vor dem Zelt an der Moschee eingefunden. Ein komisches Gefühl im Magen weil wir keinen Anwesenden kannten.

Aus dem Zelt trat dann ein Herr und begrüßte uns dann und bat uns mit offenen Armen doch einzutreten. Im Zelt waren lange Bänke und Tische aufgestellt. Alle Anwesenden begrüßten und freundlich. Nachdem wir uns hingesetzt hatten wurde uns sofort ein Teller mit Reis und Rindfleisch gereicht. Dazu gab es noch Fladenbrot. Weiterhin wurde uns Mineralwasser oder Orangenlimo angeboten. Alles Personen die an unserem Tisch vorbei gingen wünschten uns einen Guten Appetit. Tulumba.jpgAls wir gegessen hatten, wurde uns als Nachspeise noch ein Teller gereicht auf dem sich Datteln und Tulumba Tatlisi Tarifi (es ist ein Spritzgebäck in Zuckersirup) befanden.

Nachdem wir dann alles aufgessen hatten wurden wir gefragt ob wir noch einen Tee trinken wollen. Da wir das bejahten wurden wir aus dem Zelt zur Teeküche in der Moschee gebracht. Auch wurden wir gefragt ob wir schon mal in einer Moschee waren. Dies konnten wir beide nur verneinen. Daraufhin wurden wir aufgefordert unsere Schuhe auszuziehen und wurden dann in den Gebetsraum gebeten. Unser Begleiter erklärte uns dann das dies der Gebetsraum der Männer sei. Nach der Besichtigung gingen wir dann in die Teeküche der Moschee. Dort kam es dann zu einem angeregten Gespräch mit unserem Begleiter. Auf alle unseren Fragen wurde offen geantwortet und wir fühlten uns gut „aufgehoben“ dort in der Teeküche. Auch konnte man schnell feststellen das die Türkische Gemeinde die gleichen Ziele im zusammenleben verfolgen wie wir auch. Das Einswarden so einen schlechten Ruf hat ist für die Einswarder nicht nachzuvollziehen. Mit dem öffentlichen Fastenbrechen wird auch viel für das gemeinsame zusammen leben hier im Stadtteil getan.

Hier in Einswarden ist es nicht so wie in vielen Großstädten wo sich die einzelnen Gruppen von Bewohnern abkapseln. Als dann zum Abendgebet gerufen wurde verließen wir die Teeküche mit einem guten Gefühl. Vielleicht sollten manche Leute sich daran mal ein Beispiel nehmen. So herzlich und mit offenen Armen aufgenommen wurde ich für meine Person nicht überall.

Wenn nächstes Jahr wieder ein öffentliches Fastenbrechen ist weiß ich wo ich hingehe. Auch so kann man Barrieren abbauen.

Lasst uns alle mal einen Schritt aufeinander zugehen.

Uwe Dräger

Advertisements