Sinn oder Unsinn, WhatsApp ab 16 Jahre

Zum Schutz und Wohl unserer unter 16 jährigen hat die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) bestimmt dass ab dem 25.05. 2018 sich Personen unter 16 Jahre nicht mehr bei WhatsApp nicht anmelden dürfen. (Aber es gibt Ausnahmen)

Was ändert sich ab dem 25.05.18 für die Nutzer von WhatsApp?

Erst mal nicht viel. WhatsApp fragt ab dem Daten ab ob die Person die sich anmeldet auch schon 16 Jahre alt ist. Ein Kontrollmechanismus gibt es bis lang noch nicht und es ist auch erstmal keiner geplant. In einem Blogeintrag von WhatsApp heißt es weiterhin, das man eine Tochterfirma in Irland einrichten wird die mit der Verarbeitung der Daten beauftragt wird. Eine engere Zusammenarbeit mit Facebook wird angestrebt. Was das bedeuten soll wird nicht genau erklärt. Bis heute werden zwischen WhatsApp und Facebook noch keine Daten ausgetauscht.

 

Das soll sich ändern:

  • 1.) In Zukunft werden Nutzer gefragt, ob sie mindestens 16 Jahre alt sind
  • 2.) Diese Angabe muss man wahrheitsgemäß beantworten, es erfolgt aber keine Kontrolle
  • 3.) Jüngere Nutzer müssen das Einverständnis Ihrer Eltern einholen. Die Eltern sind für die Einhaltung der Regeln verantwortlich.
  • 4.) Bei Verstößen könnten eine Strafe wegen Verletzung der Aufsichtspflicht und etwaige Bußgelder drohen.
  • 5.) Wenn die Eltern die Nutzung von WhatsApp nicht erlauben, müssten Minderjährige die App umgehend löschen
  • 6.) 13- bis 15 jährige Nutzer dürfen die App mit dem neuen Mindestalter nicht mehr nutzen, sofern die Eltern es nicht ausdrücklich erlauben.

Was ist denn der Schutz und das Wohl unserer unter 16 jährigen genau? Geht es um Mobbing, Kontodaten oder um freizügige Fotos? Gut Mobbing ist heute ein Thema das nicht groß genug bewertet werden kann. Das daran Jugendliche unter 16 Jahre „kaputt“ gehen können ist richtig. Aber Mobbing hört nicht bei einem Alter von 16 Jahren auf. Auch viele Berufstätige werden gemobbt. Also kann das der Grund nicht alleine sein. Auch das Thema „Lover Boys“ ist natürlich präsent. Es gibt natürlich viele Jugendliche die darauf hereinfallen. Aber das tun gestandene Erwachsene auch.

Warum wir hier nur WhatsApp dazu vergattert eine Jugendschutzfunktion einzubauen?
Was ist mit Facebook, SchülerVZ, Messenger und ähnliche Apps? Wird dort nicht genauso gemobbt, Daten ausgespäht oder angebaggert?

Oder ist das wieder eine neue Möglichkeit die Eltern „abzumelken“?

Mein Fazit:

Zu 1.) Wer glaubt denn dass unsere Kinder die Frage wirklich wahrheitsgemäß beantwortet wenn alle
           Ihre Freunde bei WhatsApp sind? Ich glaube da verstehen wir uns alle (Eltern) richtig wenn wir
           da ein „Nein“ aussprechen.

Zu 2.) Wenn keine Kontrolle da ist kann man auch das alles sofort lassen

Zu 3.)Und wieder wird der „Schwarze Peter“ den Eltern zugespielt. Hiermit soll wieder die
           Verantwortung von WhatsApp auf die Eltern abgewälzt werden.

Zu 4.) Auf diesen Satz habe ich schon gewartet. Also Eltern, macht schon mal euren Geldbeutel auf,
           damit wieder feste „reingefasst“ werden kann. Mit einem Verstoß gegen die Aufsichtspflicht
           wird ja schnell gedroht. Nur wie sollen unsere Kinder zu mündige Bürger werden wenn Sie
          nicht selber Fehler machen dürfen? Wie sagt man so schön „Aus Fehlern lernt man“.

Zu 5.) Und hier schlägt wieder „Big Brother is watching you“ so richtig zu. Also sollen wir unsere
           Kinder bespitzeln und, am besten nachts, das Handy holen und nachsehen ob WhatsApp auch
           wirklich gelöscht ist? Ich habe immer gedacht unsere Kinder sollen uns vertrauen! Und das
           Handy ausspionieren ist für mich ein großer Vertrauensbruch. Fügen wir damit unseren Kinder
           nicht einen noch größeren Schaden zu?

Zu 6.) Das finde ich gar nicht so schlecht. Wer mit seinen Kindern sprechen kann und denen genau
           erklären kann warum von WhatsApp eine Gefahr aus gehen kann ist meiner Meinung nach auf
           dem richtigen Weg. Natürlich bleibt dann wieder der Aspekt „was machen andere Eltern“?

Unsere Politiker fordern doch dass an Schulen die Medienkompetenz von unseren Kinder gefördert werden muss. Als Einstiegsunterricht würde ich empfehlen dass unsere Kinder gerade im Bereich Medien erstmal die Vor- und Nachteile erklärt werden müssen. Wir übergeben doch unsere Kinder, und damit auch die Aufsichtspflicht, für die Schulzeit in deren Händen. Dann sollen die Lehrer auch dafür was tun. Der Bereich Medien gehört für mich heut zu Tage zur Allgemeinbildung.

Um einen Missbrauch zu bekämpfen muss man unseren Kinder auch erklären dass nicht alle Freunde aus der WhatsApp Liste, und nicht nur dort, auch wirklich Freunde sind. Wenn ein Kind in der Schule und im Elternhaus Unterstützung  und Rückhalt bekommt, braucht es aus meiner Sicht kein Gesetz was verbietet Jugendliche unter 16 Jahre zu WhatsApp zuzulassen.

Eltern seid euren Kindern eine Stütze. Leitet sie an vernünftig mit den Medien umzugehen und so ein Verbot hebt sich von selbst auf. Sprecht offen mit euren Kindern und bestärkt sie darin das sie mit allen Fragen und Problemen zu euch kommen können.

 

Uwe Dräger

 

 

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