15. Bauausschusssitzung vom 09.05.2018

Am Mittwoch dem 09.05.2018, fand die 15. Bauausschusssitzung ab 17:00 Uhr im Ratssaal statt.
Als Punkt 2 stand auf der Tagesordnung:

2.) Stadtumbau West, Bericht, Vorlage 18/0373

Gemeint ist damit das „Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West“ mit Schwerpunkt auf das Sanierungsgebiet Einswarden.


(Karte Sanierungsgebiet)

Vor einiger Zeit erteilte die Stadt Nordenham Herrn Gerhard Kohle den Auftrag mit der Erstellung einer Machbarkeit Studie. Herr Kohle war ja schon am ersten  „Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West“, damals noch als Beschäftigter der BauBeCon Sanierungsträgergesellschaft beteiligt.

Herr Kohle erklärte schon im Jahre 2006 den Erfolg des Projekts als in Gefahr.

Zitat aus der NWZ vom 22.02.2006:

„Wenn es uns nicht gelingt, das Zusammenleben zu verbessern“, sagt Kohle, „muss man das Sanierungsprogramm Soziale Stadt für gescheitert erklären.“ Zurzeit lasse sich in Einswarden eine Annäherung zwischen Deutschen und Ausländern nicht erkennen. Das Gegenteil sei der Fall: Besonders bei den türkischen Stadtteilbewohnern nimmt laut Kohle die Bereitschaft zur Integration ab.“

Bei der Bauausschusssitzung vom 09.05.2018, stellte Herr Kohle dann seinen neuen (?) Bericht vor.
Er verwies darauf dass ein ausführlicher Bericht von 3 Seiten dem Bauausschuss zugegangen ist und er deshalb nur eine kurze Übersicht vortragen könne. Als wichtigste Punkte trug Herr Kohle vor:

Die Schrottimmobilien Niedersachsenstraße und Friesenstraße
Dazu müssten die Vermieter mit ins Boot genommen werden um einen Abriss voranzutreiben.
Durch die Schrottimmobilien werde das Gesamtbild von Einswarden negativ geprägt.
(als wenn ein Abriss den Zuzug ankurbeln könnte)

Bewohner mit Migrationshintergrund
Der Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund liegt in Einswarden bei 16%, gegenüber von 8% in Nordenham Stadt, über Friedrich-August-Hütte (FAH) verlor Herr Kohle kein Wort und nannte auch keine Zahlen.
(das Herr Kohle mit Bewohnern mit Migrationshintergrund so seine Probleme hat war ja schon im ersten Sanierungsprogramm ersichtlich. Auch damals sprach er ja davon das den Bewohnern mit Migrationshintergrund gar nicht an eine Integration liege. Und diese Vorstellung hat er auch weiterhin)

Mietpreise / Sanierungsrückstand
Herr Kohle trug vor das die Mietpreise in Einswarden so niedrig sind, dass aus den „Problemvierteln“ in Bremerhaven und Delmenhorst („Wollepark“) die Bewohner nach Einswarden ziehen. Was ja auch eine Abwertung des Stadtteils nach sich ziehe. Weiterhin nannte Herr Kohle den Sanierungsrückstand der bei vielen Wohnungen bestehe.
(da frage ich mich was die Nordwohnen im letzten Jahr alles gemacht hat und ob Herr Kohle sich nicht von der neuen Mietpreisentwicklung informiert hat. Quadratmeterpreise von über € 5,00/qm sind doch schon normal. Beispiel: Jedutenstr. 30 € 5,83/m², Jedutenstr. 32 € 5,69/m², Friesenstr. 18 € 5,69/m²,Borkumstr.7 € 5,38/m² ( Zahlen und Adressen entnommen Immobilienschout 24.de))

Infrastruktur / Geschäfte
Hier führte Herr Kohle kurz aus das in dem Bezug in Einswarden „tote Hose“ sei.
(ich frage mich was hier in Einswarden alles geboten werden soll. Und welche Bevölkerungsschicht er damit ansprechen will. Was nutzen die 6 Gaststätten wenn Sie nicht überleben können?)

Mediensüchtig/Treffpunkte
Herr Kohle führte weiterhin aus das die Jugend im Stadtteil Einswarden „Mediensüchtig“ seien. Treffpunkte würde es für Jugendliche in Einswarden auch nicht geben außer dem Marktplatz und dieser sei mit einer Tischtennisplatte alleine nicht erbaulich. Aus diesem Grund würde der große Teil der Jugendlichen sich einen Treffpunkt in der Innenstadt suchen. Außerdem sei der Bereich Vereine in Einswarden sehr schlecht aufgestellt.
(was nutzen die Vereine wenn laut Herrn Kohle ein großer Teil der Bewohner sich dort nicht einbringen will, das ist ja die Aussage von Herrn Kohle zum Thema Bewohner mit Migrationshintergrund)

Was will Herr Kohle eigentlich für Einswarden erreichen? Sollen wir alle in Trachtenanzügen rumlaufen und uns zu Vereinen „schleppen“ die uns nicht interessieren nur um das Bild von Integration aufrecht zu halten? Welche Bewohner will Herr Kohle überhaupt in Einswarden sehen?

Glaubt Herr Kohle das der Abriss der „Schrottimmobilien den Ortsteil aufwertet? Soll dort die nächste Hundewiese entstehen oder soll dort Seniorengerecht gebaut werden zu Mietpreisen die ein normaler Rentner nicht aufbringen kann. Und vor allem wo sollen die jetzt hier wohnenden Bewohner hin?

 

Uwe Dräger

 

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