Gastbeitrag 1 (Kleine Geschichten)

Heute habe ich einen Gastbeitrag für meinem Blog bekommen.

Es handelt sich um eine Kurzgeschichte für Kinder im Kindergartenalter (?).

Die Autorin ist fast 80 Jahre alt und schreibt kleine Geschichten um sich im Kopf fit zu halten und aus Freude am Schreiben. Die Autorin wohnt selber in NRW. Ich werde im Blog in loser Folge weitere Geschichten veröffentlichen. Die Geschichten unterliegen dem Copyright der Autorin können aber zum privaten Gebrauch genutzt werden.

Kontakt und Anfragen nach gebundenen Ausgaben mit 5 Geschichten in Spiralbindung bitte über Email

Uwe Dräger

 

Familie Ratz im Wasserturm

Im alten Wasserturm an der Steelerstrasse hat sich Familie Ratz angesiedelt.

Man kann wohl ehr von hausen sprechen, denn 36 bis 40 Ratten wohnen nicht. Herr Ratz findet dass der Wasserturm für die Größe seiner Familie angemessen ist.

Onkel, Tanten, Nichten und Neffen alles ist dort anzutreffen.

Nur Opa und Oma wohnen in der alten Synagoge, ganz nah der Badeanstalt. Eine Synagoge ist eine jüdische Kirche. Opa und Oma werden einmal im Monat dort besucht. Obwohl der Weg nicht weit ist, ist er  aber sehr gefährlich. Vor allem an der großen Kreuzung. Gut dass  nachts nicht so viele Autos fahren und die Straßenbahn kommt auch nur selten. Aber Unglücke hat es auch schon gegeben. Fröhlich und lustig sind erst alle wenn sie bei Opa und Oma unbeschadet angekommen sind. Die Erwachsenen packen dann das leckere Essen aus, was sie für Oma und Opa mitgebracht haben. Bei den Kindern sieht das etwas anders aus. Da wird ganz schnell das Badezeug ausgepackt. Denn sie kennen den unterirdischen Gang zur Badeanstalt. Bevor sie loslaufen können gibt es noch einige Ermahnungen, damit nicht wieder so viele kleine und große Unfälle passieren.

Vor allem die halbwüchsigen Bengels müssen ermahnt werden. Nehmt mehr Rücksicht auf die Kleinen! Und springt nicht immer vom Rand aus ins Becken. Im letzten Monat haben die großen Bengels die kleinen Mädchen immer aufgefordert vom Einmeterbrett zu springen. Das hatte üble Folgen. Beim reinspringen haben die Mädchen ganz viel Wasser geschluckt. Magenschmerzen waren die Folge. Denn Chlorwasser tut dem Magen nicht gut.

Einige von den Großen sollten den Kleinen schwimmen lernen, auch das klappte nicht so recht. Doch dieses Mal machten die Erwachsenen es anders. Als alle Kinder und Jugendlichen im Schwimmbad waren gingen einige Väter zur Kontrolle hinterher. Sie versteckten sich hinter einer Treppe und sahen dem Treiben zu. Sie trauten ihren Augen nicht. Was machten da die Größeren mit den Kleinen und das  trotz Ermahnung.  Die kleinen Schwimmer wurden in das eiskalte Wasser vom Sportbecken gesteckt. Alle anderen, die noch nicht schwimmen konnten, sollten sich im Kinderbecken vergnügen. Die großen Bengels hatten die Wasserrutsche für sich alleine. Nun machten die Väter diesem miesen Spiel ein Ende. Sie jagten die Wasserrutschenblockierer ab ins Sportbecken. Die kleinen Mädchen und Jungen konnten sich nun auf der Wasserrutsche ungestört vergnügen. Nach dem Badevergnügen gab es für die Kleinen eine warme Dusche. Die großen Bengels standen zitternd und bibbernd unter der kalten Dusche. Denn die Väter haben das warme Wasser abgedreht. Nun noch gut abtrocknen und zurück zu Opa und Oma. Warmer Tee und belegte Brote  waren für alle bereit gestellt.  Jetzt

Wurde es Zeit für den Rückweg. Die große Verabschiedung mit den Wünschen gut Zuhause anzukommen wurden von Oma und Opa ausgesprochen. Auf zum Wasserturm war nun die Devise!

An der großen Kreuzung war nun Vorsicht angesagt, denn die Straßenbahn machte ihre erste Fahrt. Einige Autos waren auch schon wieder unterwegs. Familie Ratz schafft die große Kreuzung. Jetzt noch unter den Eisenbahntunnel durch. Rechts auf der große Wiese, da kann man noch mal Pause machen. Von weitem sieht man ja schon den Wasserturm. Nur der Steelerberg ist sehr steil. Darum schön langsam gehen dass alle Schritt halten können. Eine Straße mit Ampel und Zebrastreifen ist noch zu überwinden.

Jetzt heißt es alle sammeln und bei grün zügig über die Straße gehen.

Endlich wieder Zuhause! Alle sind schrecklich müde denn es war ein anstrengender Tag. Nach einer Nacht mit vielen Erlebnissen und tollen Träumen kann ein neuer Tag beginnen.

 

© Ursula Röder 2001-2018

 

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