Dumping nach Magenbypass

Bei vielen Personen die sich einer Magenbypass Operation unterzogen haben tritt das sogenannte „Dumping“ auf. Dies bei bis zu 75% der Personen die vor der Operation einen BMI über 40 hatten.

Was bedeutet „Dumping“

Dumping ist das krankhafte beschleunigte Magenentleeren. Es kann zu Erbrechen oder Durchfall kommen. Unterschieden wird zwischen „Frühdumping“ und „Spätdumping“. Es gibt aber auch Mischformen.

 

 

Frühdumping

Durch die Teilentfernung des Magens mit Entfernung des Magenpförtners am Magenausgang gelangt Speisebrei zu schnell aus dem Magen in den Dünndarm. Dies führt zu einer Dehnung des Dünndarms. Speisen mit hohem osmotischem Druck wie Süßspeisen, Zucker, Milch, bewirken ein starkes Konzentrationsgefälle zwischen den Blutgefäßen in der Darmwand und dem Darminhalt. Durch Zugabe von Flüssigkeit versucht der Körper dies auszugleichen. Welches das Plasmavolumen in den Gefäßen absinken lässt und sich der Blutdruck dadurch stark absenkt. Weiterhin wird vom Körper das Hormon Neurotensin ausgeschüttet. Es führt zu einer Stimulierung der Darmkontraktion.

Das Frühdumping kann folgende Begleitumstände mit sich bringen:

Völlegefühl | Übelkeit | Erbrechen | Blähungen | Bauchschmerzen | Durchfall | Magenknurren |

Herzrasen | Ermüdbarkeit | Ohnmacht | Schwitzen | Kopfschmerzen | Blässe |

 

Spätdumping

Bei einem „Spätdumping“, 1 bis 3 Stunden nach der Nahrungsaufnahme,  kommt es zu einer Unterzuckerung im Körper. Bedingt durch die schnelle Magenentleerung kommt es zu einer hohen Konzentration von Kohlenhydraten und Zucker im Darm. Die Folge ist das der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt was die Ausschüttung von Insulin bewirkt.

Dass das Insulin noch längere Zeit im „Umlauf“ bleibt kann dies zu einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel führen.

Beschwerden äußern sich meistens in:

Schwitzen | Zittern | Schwäche | Konzentrationsstörungen | Heißhunger | Bewusstseinseintrübung |

Wann muss man mit „Dumping“ zum Arzt

Wenn regelmäßig nach der Nahrungsaufnahme das „Dumping“ mit verschiedenen oben genannten Beschwerden eintritt sollte man den Arzt aufsuchen. Es muss abgeklärt werden ob bei Ihnen ein „Dumping Syndrom“ vorliegt oder es an der Ernährung selber liegt. Der Arzt wird die Vorgeschichte und die Umstände einer bariatrischen Operation erfragen. Er kann auch einen Provokationstest durchführen. Dazu müssen Sie 50 g Glukose einnehmen.

Ein Dumping Syndrom besteht dann, wenn:

  • Herzfrequenz nach der Einnahme um mehr als 10 Schläge/Minute ansteigt
  • der Hämatokrit Wert (Anteil Blutzellen im gesamten Blutvolumen) um mehr als 3 % absinkt
  • In der Atemluft die Wasserstoffausscheidung zunimmt
  • Wenn nach anfänglicher Überzuckerung der Blutzuckerspiegel absinkt

 Was macht der Arzt dann

Der Arzt wird als erstes empfehlen die Ernährung umzustellen. Das heißt im Einzelnen:

  • Die einfachen Kohlenhydrate wie Zucker, Honig, Weißmehlprodukte, zu reduzieren und mehr
  • Vollkornprodukte, Kartoffeln, Gemüse zu essen
  • Milch und Milchprodukte zu senken
  • Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag
  • Während der Mahlzeit nichts zu trinken. (30 Minuten vor oder nach der Mahlzeit erst)

Sollte es zu einer Unterzuckerung kommen können Sie im Notfall Zucker oder stark Zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. So können Sie Beschwerden abschwächen.

Sollten diese Maßnahmen nicht greifen ist eventuell nochmal ein operativer Eingriff notwendig. Es wird dann eine sogenannte Billroth-II-Resektion durchgeführt. Das bedeutet das die unteren 2/3 des Magens inkl. Des Magenpförtners entfernt werden. Der Magenstumpf wird dann direkt mit dem Leerdarm verbunden. Der Dünndarm wird blind verschlossen.

 

 

Uwe Dräger

 

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