Über 5475 Tage Übergewicht

2003 habe ich zum ersten Mal die 100kg Marke gesprengt. Ich war mitten in der Umschulung zum Koch. Bis dahin hatte ich immer ein Gewicht von rund 80kg. Im nachhinein frage ich mich woran das lang.

War es das Essen was schnell zwischen zwei Bestellungen“ runter geschlungen“ wurde oder lag es an der fehlenden Bewegung. Ich glaube da kam viel zusammen. Die Zeit für Sport hatte ich nicht mehr. Nach einer „normalen“ Schicht war ich total kaputt. Bis zu 160 Essen am Abend kosten einen gut Kraft und Energie.

Aber machen wir einen Sprung zum 23. September 2018. Heute stehe ich einen Tag vor der Operation zu einem Schlauchmagen. In der letzten Woche habe ich eine Eiweißphase eingelegt. Ich habe mich nur noch von Eiweiß-Shakes ernährt. 2 Mal am Tag ein Eiweißshake mit 150 ml 1,5%tige Milch. Das ist alles was ich momentan zu mir nehme. Der Effekt soll sein das die Leber schrumpft um die Operation von meiner Seite aus zu verbessern. Jedes Kilo weniger auf der Waage verringert das Risiko einer Operation. Auch hat dann es der Operateur leichter. Die Leber muss ja angehoben werden um zum Operationsbereich vor zu dringen.

In der vorletzten Woche habe ich mich auch sehr Eiweißreich ernährt. Es gab Gemüsequark, Feta aus dem Ofen oder Hähnchencurry. (Rezepte am Ende der Seite)

Gewicht habe ich in den letzten zwei Wochen auch verloren, 5kg konnten „abgespeckt“ werden.
Aktuell sehe ich noch so aus, obwohl ich keine Fotos von mir mag. Irgendwie schäme ich mich für mein Aussehen. Aber andersrum bin ich a) nicht alleine und b) könnte es anderen Mut machen sich für die Operation zu entschließen.

 


(So will ich nie mehr aussehen)

Also morgen (24.09.18) ist dann der große Tag. Ich muss um 07:15h im Krankenhaus in Brake sein. Angst, habe ich keine. Vielmehr ist es Vorfreude auf mein Leben nach der Operation. Was ich schon erfahren habe ist wie mein Speiseplan nach der Operation aussieht.

Es werden verschiedene Phasen durchgemacht:
(Flüssigpahse, Breiphase, Umstellungspahse)

Die Flüssigkeitsphase
(1. Woche nach dem Eingriff)

1. postoperativer Tag
nur Trinken (Wasser + Tee ungesüßt) bis zu 1000 ml
2. postoperativer Tag
Trinken (Wasser + Tee ungesüßt), Trinkmenge offen, so viel wie möglich!
1 x Joghurt morgens, 1 x Joghurt abends
3. postoperativer Tag
Trinken frei (Trinkmenge protokollieren durch Patient)

  • Suppe (keine süße Suppe!!!), z.B. klare Brühe, Cremesuppen, pürierte Suppen
  • Joghurt (Magerjoghurt o. auch mit Geschmack, am besten wenig bis kein Zucker)
  • Bitte kein Süßstoff!

2. Die Breiphase
(Woche 2 bis 4 nach dem Eingriff)

Es sind weiterhin feste Speisen verboten. Nach wie vor ist flüssige Ernährung und jetzt auch pürierte und breiartige Kost erlaubt. Die Nahrungsaufnahme sollte fett- und zuckerarm sein. Kohlenhydratreiche Getränke sowie kohlensäurehaltige Getränke sind verboten.

Ernährungsbeispiele für diese Phase sind:

  • Magerjoghurt natur, evtl. mit etwas Fruchtpüree
  • weiche Bananen
  • püriertes Fleisch und Geflügel
  • weiche Eier, Babynahrung
  • niedrig fette Käse
  • weichgekochtes Gemüse, was mit der Gabel weiter zerdrückt wird
  • Hafergrütze, Griesbrei etc. jeweils ohne Zucker

Zum Ende der 4. Woche kann vorsichtig mit fester Kost begonnen werden. Dabei ist kurzfaseriges und proteinreiches Weißfleisch, wie Huhn und Fisch, bevorzugt aufzunehmen.

Medikamente sollten möglichst nur in Tablettenform oder als Tropfen eingenommen werden. Günstig sind auch Zäpfchen, falls das Medikament in dieser Form vorhanden ist. Schmerzmittel als Tabletten (besonders Acetylsalicylsäure (Aspirin), Rheumamittel, Ibuprofen, Diclofenac oder Voltaren) sind generell als ungünstig anzusehen, sie können Geschwüre und Darmperforationen verursachen. Bei Schmerzen sollten bevorzugt Metamizol-Tropfen (Novalgin) oder Paracetamol-Tabletten eingesetzt werden.

Umstellungsphase
(ab 4 Wochen nach der Operation, Umstellungsphase zur „Normalernährung“)

Die Umstellung von breiiger zu fester Kost gestaltet sich sehr individuell. Denken Sie daran, dass Ihr Magen sehr klein ist. Gleichzeitiges Essen und Trinken müssen vermieden werden. Keine Getränke unmittelbar vor den Mahlzeiten, da der Magen dann schon gefüllt ist.

In dieser Umstellungsphase können Unverträglichkeiten von bestimmten Nahrungsmitteln auftreten, die Sie am besten in einem Essprotokoll vermerken. Später können Sie diese anfangs vielleicht nicht gut verträglichen Speisen erneut versuchen.

Gleichzeitiges Essen und Trinken sowie stark zuckerhaltige Nahrungsmittel können zu einer sehr raschen Passage durch den Darm führen (Dumping-Syndrom). Es kann dann zu Schweißausbruch, Kreislaufproblemen und Durchfällen kommen. Es ist also wichtig, gleichzeitiges Essen und Trinken und auch
stark zuckerhaltige Produkte unbedingt zu vermeiden.

Essen Sie langsam und kauen Sie gut. In dieser Phase können fettarmes, sehr gut gekautes Fleisch und fettarme Wurst versucht werden. Hühnerfleisch, Eier, weiche Schuppenfische, Dosen-Thunfisch, Tofu-Produkte, fettarme Käse, gekochte oder Dosenfrüchte sind zu bevorzugen. Cracker, Toast und ungezuckerte oder wenig gezuckerte Cornflakes sowie Magerjoghurt sind erlaubt.

Als Leitlinie sollte gelten: Hören Sie auf zu essen, wenn ein Sättigungsgefühl vorhanden ist. Vermeiden Sie Zucker.

Alkohol sollte unbedingt vermieden werden, da durch die verkürzte Darmpassage die rasche Alkoholaufnahme im Dünndarm erfolgt und damit längerfristig die Gefahr einer Leberzirrhose besteht. Nebenbei bemerkt enthält Alkohol die meisten Kalorien nach Fett.

Gewöhnen sie sich bereits in dieser Phase an, stündlich etwa 150 ml bis 300 ml zu trinken, damit Ihrem Körper genügend Flüssigkeit zur Verfügung steht.

Ernährung für den Rest des Lebens

Da Sie einen sehr kleinen Magen haben und ein Teil des Dünndarmabschnittes nicht für die Aufnahme von bestimmten Substanzen zur Verfügung steht, ergibt sich ein Risiko für Mangelerscheinungen bestimmter, lebenswichtiger Nahrungsbestandteile wie Eisen, Salzen und Vitaminen. Es ist daher wichtig, dass Sie anfangs in regelmäßigen Kontrolluntersuchungen Ihren Arzt aufsuchen, dauerhaft die fehlenden Bestandteile wie Vitamine und Kalzium ersetzen und einige Regeln beherzigen.

Essen Sie möglichst drei Mahlzeiten pro Tag. Versuchen Sie Zwischenmahlzeiten zu vermeiden, gestalten Sie die Portionen klein.

Allgemein gilt:
Benutzen Sie möglichst wenig Öle, Fette oder Mayonnaisen und ähnliche Produkte. Trinken Sie nur Produkte mit reduziertem Zuckergehalt, besser Getränke ohne Zucker.

Vermeiden Sie Getränke mit Kohlensäure.

Zeichen für eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Übelkeit, Lethargie, eine dick weiß belegte Zunge und sehr dunkler Urin. Wenn derartige Symptome auftreten, trinken Sie reichlich elektrolythaltige Getränke, wie z.B. Gatorade. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihren Arzt.

Essen Sie unbedingt ausgewogen (gesunde Mischkost).

Zitrusfrüchte (Apfelsine, Mandarine, Grapefruit) können durch Zusammenklumpen der Fruchtfleischmembranen zu Cellulosepfropfen führen, die einen Darmverschluss bewirken können. Essen Sie Zitrusfrüchte nur als Kompott (gekocht).

Die wichtigsten Empfehlungen noch einmal zusammengefasst:

  • Hören Sie auf zu essen, wenn Sie ein Sättigungsgefühl verspüren
  • Langsam essen und sehr gut kauen
  • Essen und Trinken möglichst nicht gleichzeitig
  • Zwischen den Mahlzeiten trinken (150 bis 300 ml/Std.)
  • Wenig Alkohol
  • Vermeiden Sie Zucker
  • Viele Vitamine zu sich nehmen
  • Keine ungekochten Zitrusfrüchte
  • Bitte nicht dauerhaft folgende Schmerzmedikamente einnehmen: Acetylsalicylsäure (Aspirin), Rheumamittel, Ibuprofen, Diclofenac oder Voltaren

(Quelle:http://dr-rosenthal.com/ernaehrung-nach-magenbypassoperation-schlauchmagenbildung/)

Aber soweit bin ich noch nicht!

 

Uwe Dräger

Rezepte Eiweiß-Phase

Gemüsequark
500g Magerquark, 100ml Buttermilch, Milch oder Wasser, 1 rote Paprika, 1/3 Salatgurke, 1 kleine Möhre, 1 Spritzer Zitronensaft, nach Belieben frische Kräuter

 Das Gemüse in kleine Würfel oder Streifen schneiden. Quark mit der Buttermilch cremig rühren und mit dem Gemüse vermengen. Mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, Zitronensaft und Kräutern abschmecken.
(Das Gemüse kann natürlich auch durch anderes Gemüse ersetzt werden)

 Feta aus dem Ofen
1 Packung Feta, 10 schwarze Oliven, 2 milde Peperoni, Honig, Chiliflocken, grober schwarzer Pfeffer, Olivenöl

Den Feta in eine kleine Auflaufform (oder aus Alufolien eine Schale formen)legen, dünn mit Olivenöl bestreichen und mit Chili und Pfeffer würzen. Anschließend mit ein wenig Honig beträufeln. Die Oliven und Peperoni auf und unter dem Feta verteilen .Das Ganze dann für 15 Minuten bei 180° Ober- und Unterhitze in den Ofen geben. Dazu kann man gut einen Salat aus Tomaten und Gurken essen.

 

Hähnchencurry
150g Hähnchenbrustfilet, 1 Zucchini in Würfel, 1 kleine Aubergine in Würfel, 1 Zwiebel in Würfel, 100ml Orangensaft, 200ml Hühnerbrühe, Currypaste, Tandorripaste nach Bedarf, Salz, Pfeffer, Öl

 Das Hähnchenbrustfilet und die Zwiebeln mit wenig Öl anbraten. Augerginen- und Zucchiniwürfel und 1TL Currypaste hinzugeben. Wenn gewünscht kann auch noch zusätzlich Tandorripaste zugegeben werden. Alles nochmal kurz anrösten. Anschließend mit Orangensaft angießen und mit Hühnerbrühe auffüllen. Alles sanft köcheln lassen bis das Gemüse gar ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

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